Wie kann ich ich selbst sein?
Wie kann ich ich selbst sein?
Was, wenn du nicht erst jemand anderes werden musst, um ganz du selbst zu sein?
Lange dachte ich, ich müsste bestimmte Seiten von mir verändern, um mit mir selbst im Reinen zu sein. Seiten, die ich nicht mochte. Seiten, für die ich mich schämte. Seiten, die nicht zu dem Menschen passten, der ich sein wollte.
Meine Zweifel. Mein Neid. Mein Recht haben. Meine Wut. Meine Ängste.
Und dann gibt es Seiten in mir, die noch schwerer anzunehmen waren. Die Fähigkeit, zu zerstören. Sogar zu töten.
Darf auch das zu mir gehören?
Meine Erfahrung ist: Ich bin erst dann wirklich ich selbst, wenn ich aufhöre, Teile von mir abzulehnen.
Vom Ablehnen zum Annehmen
Wenn ich diese Seiten in meinem Körper fühle und wahrnehme, begegne ich ihnen, statt sie vor mir selbst zu verbergen oder gegen sie anzukämpfen.
Aus dem Kampf mit mir selbst wird eine Begegnung mit mir selbst.
Auch mein physischen Körper reagiert darauf. Meine Verspannungen nehmen ab, ich werde beweglicher und ich spüre, wie die Energie in mir zu fliessen beginnt.
Ich begegne den Seiten, die ich bisher abgelehnt habe, mit Liebe. Nicht, weil ich alles gutheisse, was in mir auftaucht, sondern weil ich anerkenne, dass auch diese Seiten zu meinem Erleben gehören.
Annehmen bedeutet für mich nicht, alles auszuleben. Es bedeutet, nichts in mir verleugnen zu müssen.
Wenn ich meine Wut annehme, muss ich sie nicht an anderen auslassen. Wenn ich meinen Neid wahrnehme, muss ich mich nicht dafür verurteilen. Und wenn ich wahrnehme, dass auch zerstörerische Impulse zum menschlichen Erleben gehören, kann ich mich ihnen bewusst zuwenden, statt so zu tun, als gäbe es sie nicht.
Die Freiheit, bewusst zu wählen
Je weniger ich Teile von mir ablehne, desto weniger muss ich sie verbergen oder gegen sie ankämpfen.
In mir entsteht Klarheit. Innere Freiheit. Selbstliebe.
Ich bin nicht jede Regung, die in mir auftaucht. Ich muss nicht jedem Impuls folgen. Ich nehme wahr, was in mir wirkt, und wähle bewusst, wie ich handeln möchte.
So übernehme ich Verantwortung für mich selbst und gewinne die Freiheit, authentisch mit mir und anderen in Beziehung zu sein.
Wenn ich aufhöre, Teile von mir abzulehnen, bin ich mehr und mehr ich selbst.
Und ich gewinne die Freiheit, mein Leben so zu gestalten, wie es mir entspricht.
Und du?
Welche Seiten lehnst du in dir ab?
