Below in English.
Mein erstes Peaceful Warrior Training zu halten,
.. hat mir gezeigt, dass Führung weniger mit anderen zu tun hat, als ich dachte – und viel mehr mit mir selbst und meiner inneren Integrität.
Das eigentliche Training vor Ort war nur ein kleiner Teil dessen, was dieses Wochenende für mich bedeutet hat.
Die größte Entwicklung fand nicht nur während der Übungen statt. Sie fand in den Tagen vor dem Training, währenddessen und danach statt.
Ich wurde immer wieder eingeladen, hinzuschauen: auf meine Ängste, meine Wut, meine Verantwortung und auf die Frage, was Integrität eigentlich wirklich bedeutet.
Ich habe viele Erfahrungen gemacht, von denen mich jede auf ihre Weise ein Stück unabhängiger werden ließ – und gleichzeitig verbundener mit mir selbst und den Menschen, mit denen ich in Beziehung bin.
Als wichtige Erkenntnis nehme ich mit:
Echte Freiheit und Liebe beginnen dort, wo ich meine Grenzen und meine Integrität wahre, ohne mich dafür zu verurteilen.
Lange Zeit habe ich geglaubt, Grenzen setzen müsse hart sein. Ich dachte, Konsequenz bedeute Strenge. Doch in diesem Training habe ich etwas anderes erfahren.
Liebevolle Klarheit.
Liebevoll mit mir selbst zu sein bedeutet nicht, alles zuzulassen. Es bedeutet auch nicht, Konflikten aus dem Weg zu gehen. Es bedeutet vielmehr, mich ernst zu nehmen – meine Wahrnehmung, meine Grenzen und die Verantwortung, sie in Beziehung zu bringen. Und gleichzeitig den anderen in ihrer Freiheit zu lassen.
Während dieser gesamten Reise wurde ich immer wieder eingeladen zu prüfen, wo ich aus Angst Dinge unausgesprochen lasse oder darauf hoffe, dass andere schon wissen werden, was für mich selbstverständlich ist.
Ich bemerkte, wie ich an einigen Stellen meine eigene Intuition nicht vollständig ernst nahm. Da war ein leises Gefühl von Angst, das ich nicht ganz hören wollte. Stattdessen unterdrückte ich einen Teil davon mit unbewusster Wut und vertraute darauf, dass sich alles schon ergeben würde.
Als sich später zeigte, dass meine unausgesprochenen Erwartungen nicht erfüllt wurden, hätte ich die Verantwortung leicht nach außen geben können.
Doch genau dort begann mein eigentliches Training, nicht in gewohnter Geschwindigkeit das Übliche zu tun, sondern innehalten und als friedvolle Kriegerin hinzuschauen.
Ich erkannte, dass Integrität nicht bedeutet, andere zu kontrollieren. Integrität bedeutet für mich, Verantwortung für den Raum zu übernehmen, den ich eröffne.
Dazu gehört auch, die Konsequenzen meines Handelns selbst zu tragen.
Ich entschied mich, für einen entstandenen Schaden selbst einzustehen, obwohl ich ihn nicht selbst verursacht hatte. Nicht aus Schuldgefühl. Nicht aus Opferhaltung. Sondern weil ich den Raum geschaffen hatte und der Geschädigten gegenüber Verantwortung übernehmen wollte – dort, wo die Person, die den Schaden verursacht hatte, nicht ihre Verantwortung übernahm.
In diesem Moment geschah etwas Unerwartetes.
Ich fühlte keine Härte.
Ich fühlte Frieden.
Denn ich musste niemanden mehr verändern. Niemand musste sich entschuldigen, damit ich Frieden finden konnte. Ich war nicht mehr davon abhängig, wie sich jemand verhält.
Der Frieden entstand in dem Moment, in dem ich aufgehört habe, vom Verhalten des anderen abhängig zu sein.
Ich habe einfach gewählt, wie ich selbst handeln möchte.
Ebenso habe ich eine weitere Entscheidung getroffen: meine eigenen Grenzen klar zu setzen und damit die Integrität des Trainingsraums zu schützen. Diese Klarheit hat bei einer Teilnehmerin starke innere Reaktionen ausgelöst. Sie hat für sich entschieden, das Training nach dem ersten Tag zu verlassen, um ihren eigenen Raum zu wahren. Auch am folgenden Tag hat sie gewählt, nicht mehr zurückzukehren.
Im Nachgang habe ich gehört, dass sie sich in dieser Situation allein gelassen und nicht gesehen gefühlt hat. Das hat mich berührt. Gleichzeitig durfte ich erkennen, dass ich nicht für ihre Deutung der Situation und die daraus resultierende Not verantwortlich bin.
Meine Verantwortung lag darin, klare Grenzen im Raum zu halten. Ihre Entscheidung, zu gehen oder nicht zurückzukehren, lag bei ihr. Ich lerne, ihre Erfahrung anzuerkennen und gleichzeitig ihrer Eigenverantwortung zu achten – ohne beides miteinander zu vermischen.
Meine Verantwortung war es, den Raum integer zu halten.
Ihre Verantwortung war es, ihren eigenen Weg zu wählen.
Früher hätte sich das für mich wie Ablehnung angefühlt.
Heute fühlt es sich wie Liebe an.
Liebe für mich selbst.
Liebe für den Raum.
Liebe für die Menschen, die darin wachsen möchten.
Das größte Geschenk meines ersten Peaceful Warrior Trainings war deshalb nicht, dass ich andere begleiten durfte.
Das größte Geschenk war, dass ich mich selbst ein Stück tiefer begleiten lernte.
Ich erkenne immer deutlicher, wie oft ich mit Wut über meine Angst gegangen bin, um sie nicht fühlen zu müssen.
Heute möchte ich meine Angst hören.
Sie ist nicht gegen mich.
Sie weist mich auf etwas hin, das gesehen werden möchte.
Wenn ich der Angst zuhöre, entstehen Klarheit, Verantwortung und eine Liebe, die nichts mit Schwäche zu tun hat.
Im Gegenteil.
Ich glaube, wahre Stärke entsteht genau dort.
Dort, wo ich meine Grenzen wahre, ohne mein Herz zu verschließen.
Dort, wo ich Verantwortung übernehme, ohne Schuld zu verteilen.
Dort, wo ich Menschen ihre Freiheit lasse und gleichzeitig meine eigene lebe.
Diese innere Haltung hat auch eine spürbare Wirkung auf meinen physischen Körper. Ich erlebe mich weicher und zugleich stabiler in meiner Aufrichtung. Ich stehe ausbalancierter auf beiden Beinen – mit einer neuen Selbstverständlichkeit in meiner Mitte. Dabei nehme ich wahr, dass mein Gewicht sich mehr über mein rechtes Bein trägt als zuvor, während ich früher oft unbewusst stärker mein linkes Bein belastet habe.
Für mich wird dadurch spürbar, dass mentale, emotionale und physische Prozesse nicht getrennt voneinander sind, sondern sich gegenseitig beeinflussen und durchdringen. Innere Klarheit, emotionale Verantwortung und körperliche Ausrichtung gehören für mich in denselben Erfahrungsraum.
Diese Erfahrung wirkt in mir nach. Ich bin dankbar für sie.
Holding my first Peaceful Warrior Training
…has shown me that leadership has far less to do with others than I once believed—and much more to do with myself and my own inner integrity.
The actual training itself was only a small part of what this weekend meant to me.
The greatest transformation didn’t happen only during the exercises. It unfolded in the days leading up to the training, throughout the weekend, and in the days that followed.
Again and again, I was invited to look inward: at my fears, my anger, my responsibility, and the question of what integrity truly means.
I had many experiences, each of which, in its own way, made me a little more independent while at the same time more deeply connected to myself and to the people with whom I share relationships.
One of the most important insights I am taking with me is this:
True freedom and love begin where I honor my boundaries and my integrity without judging myself for doing so.
For a long time, I believed that setting boundaries had to be hard. I thought consistency meant strictness. But during this training, I experienced something entirely different.
Loving clarity.
Being loving toward myself does not mean allowing everything. Nor does it mean avoiding conflict. Rather, it means taking myself seriously—my perception, my boundaries, and my responsibility to bring them consciously into relationship with others—while also allowing others the freedom to make their own choices.
Throughout this entire journey, I was repeatedly invited to notice where I stay silent out of fear or where I simply hope that others will somehow know what feels obvious to me.
I realized that, in certain moments, I wasn’t fully trusting my own intuition. There was a quiet feeling of fear that I didn’t really want to listen to. Instead, I unconsciously covered part of it with anger and trusted that everything would somehow work itself out.
Later, when my unspoken expectations were not met, I could easily have placed the responsibility on someone else.
But that was exactly where my real training began – not reacting in the familiar ways, but pausing and looking at the situation as a peaceful warrior.
I realized that integrity is not about controlling others. For me, integrity means taking responsibility for the space I choose to create.
And that also includes carrying the consequences of my own choices.
I decided to take responsibility for damage that had occurred, even though I hadn’t caused it myself. Not out of guilt. Not from a victim mindset. But because I had created the space and wanted to take responsibility towards the person who had been harmed—where the person who had caused the harm chose not to take responsibility themselves.
In that moment, something unexpected happened.
I didn’t feel hardness.
I felt peace.
Because I no longer needed anyone else to change. No one needed to apologize for me to find peace. My peace no longer depended on someone else’s behavior.
Peace arose the moment I stopped making it dependent on another person’s actions.
I simply chose how I wanted to act.
I also made another decision: to set clear boundaries in order to protect the integrity of the training space. This clarity triggered strong emotional reactions in one participant. She chose to leave the training after the first day in order to honor her own space. The following day, she also chose not to return.
Afterward, I heard that she had experienced the situation as feeling alone and unseen. That touched me deeply. At the same time, I came to recognize that I am not responsible for her interpretation of the situation or for the suffering that arose from it.
My responsibility was to hold clear boundaries within the space. Her decision to leave – or not to return – was hers. I am learning to respect her experience whilst at the same time respecting her personal responsibility – without mixing the two.
It was my responsibility to maintain the integrity of the space.
It was her responsibility to choose their own path.
In the past, this would have felt like rejection.
Today, it feels like love.
Love for myself.
Love for the space.
Love for the people who genuinely want to grow within it.
The greatest gift of my first Peaceful Warrior Training was not that I had the opportunity to guide others.
The greatest gift was that I learned to guide myself on a deeper level.
I am becoming increasingly aware of how often I have used anger to move past my fear so that I wouldn’t have to feel it.
Today, I want to listen to my fear.
It is not against me.
It is pointing me toward something that wants to be seen.
When I listen to my fear, clarity, responsibility, and a love that has nothing to do with weakness begin to emerge.
Quite the opposite.
I believe true strength is born precisely there.
Where I honor my boundaries without closing my heart.
Where I take responsibility without assigning blame.
Where I allow others their freedom while fully living my own.
This inner attitude also has a tangible effect on my physical body. I experience myself as softer, yet at the same time more stable in my posture. I stand with greater balance on both feet, with a new sense of ease and groundedness in my center. I also notice that my weight is now carried more through my right leg than before, whereas I used to unconsciously rely much more heavily on my left.
For me, this makes it tangible that our mental, emotional, and physical processes are not separate—they constantly influence and shape one another. Inner clarity, emotional responsibility, and physical alignment all belong to the same field of experience.
This experience continues to unfold within me. And I am deeply grateful for it.