Schwerttraining

von | 06.05.2026

Schwerttraining

Im April 2026 trafen wir uns in München zum Schwerttraining mit Samoto – neun Teilnehmer, zwei Tage voller Begegnung.

Für mich war es das zweite Training nach 2,5 Jahren. Ich kam ohne Erwartungen. Und genau darin lag die Tür: offen sein für das, was entsteht.

Wir übten allein, zu zweit, mit und ohne Schwert. Doch eigentlich ging es um etwas anderes – um Kontakt. Um Nähe. Um mich selbst in diesem Kontakt.

Eine tiefe Erkenntnis war: Immer wenn mir jemand wirklich nahekam, wich ich zurück. Mein Körper ging nach hinten, innerlich zog ich mich zurück, mein Atem stockte. In diesem Moment verlor ich mein Zentrum – und damit mein Gleichgewicht.

Das so klar wahrzunehmen, war neu für mich.

Und dann begann sich etwas zu verändern.

Ich spüre jetzt, wie ich mehr über meinen Füßen stehe. Zentrierter. Geerdeter. Präsenter. Wenn mir jemand gegenübersteht, bleibe ich da. Mein Körper bleibt da. Ich bleibe da.

Sogar meine Füße und Beine haben darauf reagiert. Meine Füße breiten sich mehr aus, besonders im Vorderfuß. Enge Schuhe passen plötzlich nicht mehr zu diesem neuen Gefühl von Raum – ich habe sie aussortiert. Anspannungen, die ich bislang in den Beinen hatte, lösen sich.

Eine weitere Erfahrung hat mich berührt: Bewegung, die aus der Wirbelsäule entsteht, ist mühelos. Wie ein Fluss. Mein Partner folgt ihr wie von selbst. Ausweichen geschieht ohne Anstrengung – und Wut ist nicht gegen mich oder andere gerichtet, sondern wird Teil des Flusses, für mich, für die Bewegung.

Angriffe verändern sich. Sie werden zu einem Spiel. Zu einem Tanz. Zu Bewegung.

Zu Lebendigkeit.

Danke, Samoto, für diesen Raum, in dem genau das möglich wird. 

Herzlichst

Sandra

Bild von Samoto M. Hallinger aus dem Schwerttraining im April 2026