Schwerttraining

Schwerttraining

Schwerttraining

Im April 2026 trafen wir uns in München zum Schwerttraining mit Samoto – neun Teilnehmer, zwei Tage voller Begegnung.

Für mich war es das zweite Training nach 2,5 Jahren. Ich kam ohne Erwartungen. Und genau darin lag die Tür: offen sein für das, was entsteht.

Wir übten allein, zu zweit, mit und ohne Schwert. Doch eigentlich ging es um etwas anderes – um Kontakt. Um Nähe. Um mich selbst in diesem Kontakt.

Eine tiefe Erkenntnis war: Immer wenn mir jemand wirklich nahekam, wich ich zurück. Mein Körper ging nach hinten, innerlich zog ich mich zurück, mein Atem stockte. In diesem Moment verlor ich mein Zentrum – und damit mein Gleichgewicht.

Das so klar wahrzunehmen, war neu für mich.

Und dann begann sich etwas zu verändern.

Ich spüre jetzt, wie ich mehr über meinen Füßen stehe. Zentrierter. Geerdeter. Präsenter. Wenn mir jemand gegenübersteht, bleibe ich da. Mein Körper bleibt da. Ich bleibe da.

Sogar meine Füße und Beine haben darauf reagiert. Meine Füße breiten sich mehr aus, besonders im Vorderfuß. Enge Schuhe passen plötzlich nicht mehr zu diesem neuen Gefühl von Raum – ich habe sie aussortiert. Anspannungen, die ich bislang in den Beinen hatte, lösen sich.

Eine weitere Erfahrung hat mich berührt: Bewegung, die aus der Wirbelsäule entsteht, ist mühelos. Wie ein Fluss. Mein Partner folgt ihr wie von selbst. Ausweichen geschieht ohne Anstrengung – und Wut ist nicht gegen mich oder andere gerichtet, sondern wird Teil des Flusses, für mich, für die Bewegung.

Angriffe verändern sich. Sie werden zu einem Spiel. Zu einem Tanz. Zu Bewegung.

Zu Lebendigkeit.

Danke, Samoto, für diesen Raum, in dem genau das möglich wird. 

Herzlichst

Sandra

Bild von Samoto M. Hallinger aus dem Schwerttraining im April 2026

Die knochentiefe Alchemie der Wut

Die knochentiefe Alchemie der Wut

Erdung – Präsenz – Leichtigkeit

Von September bis November habe ich am Peaceful Warrior Spaceholder Training teilgenommen. Ich habe unterschiedliche Dimensionen der verkörperten Wutarbeit erforscht. Besonders geholfen hat mir, meine inneren anatomischen Landkarten für meine Knochen zu aktualisieren, Bewusstsein für das Gewicht meiner Wirbelsäule zu bekommen und die Multi-Bubble auf zellulärer Ebene zu erfahren.

Mein bisheriges Muster war, die Wut in meine Muskeln zu packen und die Angst nicht zu spüren. Die Wut in meinen Muskeln führte zu Verspannungen, Unbeweglichkeit und einem erhöhtem Energieaufwand für Bewegungen. Alltägliche Bewegungen – wie laufen, Brot mit dem Brotmesser in Scheiben schneiden, Tisch abwischen – führte ich mit einem Kraft Aufwand durch, der nicht erforderlich ist. Durch die Verbindung der Wut mit meinen Knochen öffnet sich in mir der Raum, mehr im Körper zu sein, Erdung zu verspüren, den energetischen Körper in mir zu spüren und meine Gefühle frei fliessen zu lassen. Ich bin beweglicher und kann Bewegungen mit mehr Leichtigkeit durchführen. Sitzen in aufrechter Position fällt mir leichter. Ich fühle mich präsenter, ruhiger und nicht mehr so viel in meinem Kopf.

Meinen Raum und mein Zentrum zu halten, fällt mir leichter, auch wenn mein Gegenüber in ein Drama und seine Wut verfällt.

Ich fühle Freude über diese Transformation in mir.